Dresden, Mittwoch, 07. Dezember 2016
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Die abendländisch-christliche Tradition

Im Jahre 1894 - am Dreikönigstag - wurde die Johannisloge „Zum goldenen Kreuz“  in Dresden gegründet. Als Tochterloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (Freimaurerorden) blickt sie auf eine über 120jährige Geschichte zurück. Die Ordenslehre der Großen Landesloge betont den Charakter eines christlich-geistigen Ritterordens zur Förderung universell ethischer Ideale mit dem Ziel, Menschenwürde und Selbstbestimmung mit Leben zu erfüllen. Der Freimaurerorden bekennt sich zur abendländisch - christlichen Humanität. Freimaurer sind aber keine weltfernen Idealisten, sondern auch bereit, ihre Ideale zu verteidigen. In den Prinzipien eines „christlichen Weltethos“ erkennen sie die Grenzen für die Austragung dieser Konflikte – immer mit dem Ziel, den Frieden wiederherzustellen.

Das Schwedische System der Freimaurerei

Der Freimaurerorden hat das Schwedische System der Freimaurerei übernommen, das sich inhaltlich und organisatorisch von anderen Lehrarten der Freimaurer in Deutschland unterscheidet. Hierbei handelt es sich um ein in sich geschlossenes System mit zehn Erkenntnisstufen, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Das System gründet auf dem Bekenntnis zur Lehre Jesu Christi, wie sie sich aus den 10 Geboten und der Bergpredigt ergibt. Der Freimaurerorden zwingt keinem Bruder eine bestimmte Lehre im Sinne eines Dogmas auf. In Christus erkennen sie ihren „Obermeister“. Die Bibel stellt kein bloßes Symbol für eine Religion dar, sondern „das größte aller freimaurerischen Lichter“. Die Große Landesloge ist keine Religionsgemeinschaft; die Zugehörigkeit zu einer christlichen Konfession wird nicht erwartet. Die Hochgrade des Schwedischen Systems enthalten Elemente mittelalterlicher Mystik. Das Lehrsystem erzieht seine Mitglieder zur Achtung humanitärer Werte, zu innerer Freiheit und Ausgeglichenheit. Zum Zeichen ihrer inneren Verbundenheit nennen sich alle Freimaurer untereinander „Brüder“.

 

Streben nach geistiger Erkenntnis – Symbol und Ritual

Freimaurer haben keine fertigen Antworten auf die komplexen Fragen unserer Zeit. Bei der Suche nach praktikablen Lösungen gehen sie einen geistigen „Weg der Mitte“, den sie mit Bedacht und Vorsicht vollenden. Andersdenkenden drängen sie keine Meinungen auf, sondern versuchen zu überzeugen. Tolerant gegenüber den politischen Ansichten und dem Glaubensbekenntnis anderer, sehen sie in jedem Menschen eine individuelle Persönlichkeit mit eigener Würde, die ihm als Geschöpf Gottes zukommt. Zur Verinnerlichung ihrer Ideale (z. B. Toleranz, Achtung und Respekt) bedient sich die Freimaurerei einer Reihe von Zeichen und Symbolen, die im Rahmen ritueller Arbeiten persönlich erlebt und vertieft werden. So wie ein bekanntes Gemälde auch nach langem Hinsehen durchaus neue Eindrücke vermitteln kann, so vermitteln die zunächst wertfreien freimaurerischen Sinnbilder, Zeichen und Symbole zusammen mit dem Ritual neue Inspiration und Einsicht. Die Symbole verändern sich von Grad zu Grad, aber ihr gemeinsamer Nenner bleibt: Das Erlebnis des Rituals, die Reflexion der Ideale und ihre Umsetzung im täglichen Leben.

Das Logenleben

Freimaurer sind umgänglich und offen. In einer Loge lernen sich Gleichgesinnte kennen, die sich sonst nie begegnet wären. Hier kommen Handwerker, Beamte, Künstler brüderlich zusammen, hören Vorträge, diskutieren oder essen und trinken gemeinsam. In der Loge sind alle gleich, egal von welchem gesellschaftlichen oder kulturellen Hintergrund der einzelne kommt. Einigkeit, Menschenrecht und Freiheit in Harmonie sind Grundwerte, die alle Brüder nach außen tragen und vertreten sollen.

Gelebte Humanität und praktische Einübung im Alltag

Freimaurer haben sich der Humanität und Weisheit verschrieben. Ihre gelebte Menschlichkeit verbindet, auch wenn unterschiedliche Ansichten oftmals trennen. Vernunft, Gewissen, innere Freiheit  und Selbsterkenntnis bilden die Grundlage ihrer „praktischen Philosophie“, die sich mit menschlichem Handeln befasst. Im Mittelpunkt stehen die Ziele freiheitlicher Aufklärung: Humanität, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und gegenseitiger Respekt. Dies war auch ein Grund, warum sie von Nationalsozialisten und Kommunisten verfolgt wurden.

Gilden und Stiftshütten der Steinmetzbruderschaften

Zur Geschichte der Freimaurerei: Im Spätmittelalter entsteht die Freimaurerei aus den handwerklichen Traditionen der Gilden und Stiftshütten der Steinmetzbruderschaften. Damit waren Freimaurer (engl. freemasons) ursprünglich in den Zentren des europäischen sakralen Kirchenbaus anzutreffen, also in Rom, London, Straßburg, Paris oder Köln. Ihr Brauchtum, ihre Symbolik und Rituale gehen auf dieses mittelalterliche Steinmetzhandwerk zurück. Noch heute organisieren sich die Freimaurer in Logen („Bauhütten“) und teilen ihre Mitglieder je nach Erkenntnisgrad in Lehrlinge, Gesellen und Meister ein. Doch heutige Freimaurer haben kaum etwas mit den Steinmetzen vergangener Zeiten zu tun.

Die Freimaurerei ist ein Kind der europäischen Aufklärung

Mit dem Aufstreben der Wissenschaften und dem gesellschaftlichen Wandel zu Beginn der Neuzeit wurde das Individuum mit seinen gesellschaftlichen Beziehungen und seiner Verantwortung in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt. Mit der europäischen Aufklärung verbreiteten sich diese Ideen. Am Gedenktag des Schutzpatrons der Steinmetze, dem Johannistag 1717, schlossen sich die ersten drei Logen in Westminster / London zur ersten „Großloge von England“ zusammen. Sehr bald verbreiteten sich die Ideen der Freimaurerei in ganz Europa und schließlich in Nordamerika, wo noch heute die meisten Freimaurer leben. Berühmte Freimaurer sind u.a. Wolfgang Amadeus Mozart („Die Zauberflöte“), George Washington (Erster Präsident der USA), Johann Wolfgang von Goethe (dichter des Dramas „Faust“) oder der Kamenzer Gotthold Ephraim Lessing (Dichter des Schauspiels „Nathan der Weise“). Friedrich von Schiller dichtete für eine Dresdener Freimaurerloge die „Ode an die Freude“, in der er die freimaurerischen Ideale dichterisch verarbeitet. Zusammen mit der Musik von Ludwig van Beethoven (Schlusschor der 9. Symphonie) bildet dieses Gedicht die Europahymne.

Die Weltbruderkette

Freimaurer sind symbolisch weltweit in einer Bruderkette verbunden. Jeder Bruder ist ein Glied dieser Kette, die durch die freimaurerische Geisteshaltung (u.a. Geistes-, Glaubens- und Gewissensfreiheit) auch unterschiedlich geprägte Persönlichkeiten verbindet. So werden Brücken von Bruder zu Bruder und von Land zu Land geschlagen. Als Dresdner Loge suchen wir den Kontakt zu den Schwesterlogen der Partnerstädte Dresdens. Dies sind unter anderem Columbus / Ohio (USA), Coventry (Vereinigtes Königreich), St. Petersburg (Russische Föderation) und Strasbourg (Frankreich).

Warum wird ein Mann Freimaurer?

„Mensch, werde wesentlich! Erkenne Dich selbst!“. Worte wie diese sind Eckpunkte freimaurerischen Denkens und sind Ausdruck seines Willens nach Vervollkommnung. Er arbeitet an seiner Persönlichkeit, um seinen Idealvorstellungen näher zu kommen. In diesem Bewusstsein streben Freimaurer nach hohen Idealen – immer eingedenk, dass diese in unserer unvollkommenen Welt letztlich unerreichbar bleiben. Wer innerhalb unserer Gesellschaft konstruktiv wirken will, findet bei uns Rückhalt. Ideale wie Weisheit, Stärke, Friede, Menschenliebe und Schönheit haben unter Freimaurern einen hohen Stellenwert. Kreativität, konstruktive Ideen und Diskussionen sind jederzeit willkommen. Gedankenaustausch ist ein wesentliches und belebendes Element unserer Gemeinschaft.

Kommen Sie zu uns!

Sollten Sie unser christlich-humanistisches Weltbild teilen und Interesse haben, einem nicht alltäglichen Kreis anzugehören, nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Für uns steht der geistige Austausch im Mittelpunkt und wir alle arbeiten im Kreise vertrauter Menschen an unserer Persönlichkeit – jeder für sich am eigenen „Rauhen Stein“! Jeder Bruder entscheidet für sich, wie oft er die Loge besucht. Aber letztlich bestimmt der Fleiß seiner Mitarbeit den Gewinn, den er für sich und seine Persönlichkeit aus dem „Unternehmen Freimaurerei“ zieht. In Deutschland machen Logen keine Mitgliederwerbung. Den ersten Schritt müssen Sie also selbst tun. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir laden Sie gerne ein!

Ihr

Karl Bey

Logenmeister der JL „ZgK“

 

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